Six Days-Atmosphäre auf der steilen 166-Meter-Bahn (58 Grad Kurvenüberhöhung): Kurz, steil und sehr schnell – volle Aufmerksamkeit von Beginn an. Berlin war bei den Six Days Bremen 2026 an drei der vier Veranstaltungstage sportlich präsent. Im Junioren-Nachwuchs Cup (U19, Samstag/Sonntag) holten Valentin Hill/Friedrich Krempien Platz 2 in der Final-Jagd und Rang 4 in der Gesamtwertung. Im Frauenrennen (Sonntag/Montag) erreichten Fabienne Jährig/Jette Simon Rang 2 in der Gesamtwertung.
Junioren-Nachwuchs Cup (U19): Hill/Krempien mit Platz 2 in der Final-Jagd
Beim Andy-Kappes-Nachwuchs Cup (Junioren/U19) im Rahmen der Six Days Bremen 2026 nutzte die Berliner Paarung Valentin Hill und Friedrich Krempien eine kurzfristige Startchance zu einem starken Auftritt. Die Einladung kam erst am Mittwoch, am Donnerstag war alles bereits komplett organisiert, und trotz schwieriger Witterungsbedingungen gelang am Freitag die Anreise nach Bremen. Valentin verzichtete dafür sogar auf seine geplante DM-Cyclocross-Teilnahme in Bensheim.
Sportlich setzten die beiden jungen Berliner bereits am ersten Tag mehrere Ausrufezeichen: Valentin belegte in der Wertung der schwarzen Trikotnummern sowohl im Ausscheidungsfahren als auch im Punktefahren jeweils Rang 2. Friedrich ergänzte das starke Bild mit einem 3. Platz im Ausscheidungsfahren der roten Trikotnummern und bewies im schnellen Oval Übersicht und Timing.
Eurosportmoderator und Hallensprecher Robert Bengsch (7-facher Deutscher Meister, Sieger der Six Days Bremen 2011, Olympiastarter 2004) lobte Valentin während des Rennens: „Valentin ist ein vielseitiger Radrennsportler, der Cross, Straße und Bahn erfolgreich miteinander verbindet und in diesem Fahrerfeld als einer der stärksten U19-Fahrer besonders angriffslustig auffällt.“
Im Fazit betonten beide den hohen Lern-Wert. Valentin hob hervor, wie wichtig es war, unter Wettkampfbedingungen die taktischen Vorgaben umzusetzen und in der unruhigen Umgebung fokussiert zu bleiben; als zentrale Lehre nennt er, nach Fehlern dranzubleiben und im Feld den Überblick zu behalten. Friedrich unterstrich die mitreißende Atmosphäre und die besondere Bahn und sieht vor allem in den deutlich anspruchsvolleren Wechseln auf der kurzen Runde einen wertvollen Erfahrungsgewinn für die kommende Saison.

Das Berliner Sixdays-Duo Valentin Hill/Friedrich Krempien
Bundesstützpunkttrainer Radsport Nick Kracik zieht ein positives Fazit: „Ich bin mit der Entwicklung der beiden sehr zufrieden. Auch wenn uns noch ein paar kleine taktisch-technische Fehler unterlaufen sind, haben wir uns hier von einer sehr guten Seite präsentiert. Vor allem in den Wertungssprints haben Valentin und Friedrich gezeigt, dass sie in diesem Fahrerfeld zur Spitze gehören. Genau diese Erfahrungen unter Wettkampfbedingungen nehmen wir als wichtigen Baustein für die weitere Saison mit.“
Der sportliche Höhepunkt der Junioren folgte am Sonntag in der Final-Jagd (Madison), die über 30 Minuten ging und in den letzten 50 Runden insgesamt fünf Wertungsprints umfasste: Valentin/Friedrich fuhren ein sehr starkes Rennen, reagierten aufmerksam auf Tempoverschärfungen und Angriffe und belohnten sich mit Platz 2. In der Gesamtwertung blieb es für Valentin/Friedrich bei Rang 4 – nach Punkten war deutlich mehr möglich, doch die Fehler und Rundenverluste vom Samstag kosteten die entscheidenden Plätze nach vorn.
Frauenrennen: Jährig/Simon auf Rang 2 in der Gesamtwertung
Auch im Frauenrennen der Six Days Bremen 2026 stand Berlin im Rampenlicht: Insgesamt gingen 14 Fahrerinnen beziehungsweise sieben Madison-Teams aus Deutschland, Tschechien, den Niederlanden, Italien, Norwegen und Großbritannien an den Start. Wie bei den Junioren wurde der Wettbewerb an zwei Tagen ausgetragen – mit Einzeldisziplinen und zwei Madison-Rennen: In den Einzelrennen werden Punkte für die Gesamtwertung gesammelt, im Madison zählen Punkte und Rundengewinne direkt für die Gesamtwertung.
Für Berlin ging Fabienne Jährig zusammen mit Jette Simon aus Kaiserslautern als Madison-Duo an den Start – das Duo präsentierte sich im stark besetzten internationalen Feld über beide Tage als geschlossenes Team. Am Sonntag setzte Fabienne mit dem Sieg im Ausscheidungsfahren ein klares sportliches Ausrufezeichen; im Scratch fuhr das Duo mit Platz 2 direkt in die Spitzengruppe. Im ersten Madison bestätigten Fabienne/Jette ihre Präsenz in den entscheidenden Rennphasen und belohnten sich mit Platz 2. Nach dem ersten Wettkampftag lag das Duo in der Zwischenwertung auf Rang 2 (–1 Runde / 48 Punkte) hinter Franziska Brauße/Romy Kasper (0 Runden / 70 Punkte).
Am Montag knüpfte das Team an den starken Auftakt an: Fabienne gewann das Punktefahren; mit einem Sieg im Scratch setzte das Duo den nächsten Akzent. In der Final-Jagd (Madison) belegten Fabienne/Jette Platz 3 und sicherten damit in der Gesamtwertung Rang 2 (–1 Runde / 106 Punkte) hinter Franziska Brauße/Romy Kasper (0 Runden / 128 Punkte) und vor Nora Tveit (NOR)/Lucy Nelson (GBR) (–1 Runde / 82 Punkte).
Mit ihrem Auftritt bei den Six Days Bremen hat Fabienne eindrucksvoll gezeigt, dass sie im internationalen Feld nicht nur mithalten, sondern Rennen aktiv prägen kann. Ihre starken Ergebnisse in den Einzeldisziplinen, der Scratch-Sieg als Duo Fabienne/Jette sowie der zweite Platz in der Gesamtwertung unterstreichen ihre Vielseitigkeit und Stärke in den entscheidenden Rennphasen. Für Berlin ist das ein starkes Signal und eine hervorragende Ausgangsbasis für die kommenden Aufgaben der Saison.

Das Siegerpodest der Bremer Sixdays 2026 mit Fabienne Jährig und Jette Simon auf Rang 2 (in den orangenen Trikots)
Nick Kracik
Fotos: Arne Mill / frontalvision.com