Profi-Debüt beim SIXDAYS Weekend Berlin 2026
Beim SIXDAYS Weekend Berlin 2026 (30.–31.01.2026) erlebte Tom Luis Lehmeier seine ersten Profi-Six-Days im Velodrom Berlin – und war sofort beeindruckt von der Kulisse. „Ein volles Velodrom mit begeisterten Zuschauern. Wenn die Menge auf einmal laut wurde, hat man Gänsehaut bekommen“, beschreibt Tom seinen ersten Eindruck. Sportlich sei der Unterschied zu „normalen“ Bahnrennen vom ersten Moment an spürbar gewesen: deutlich höheres Tempo, harte Positionskämpfe – und es brauche nicht nur starke Beine, sondern auch eine kluge Taktik. Als Schlüsselmoment nennt Tom den Start der ersten kleinen Jagd: „Es wurde sofort beschleunigt und Attacken gesetzt. Das Publikum war unfassbar laut und auch die Lichtershow war mega.“
Steile Lernkurve im Rennen
Tom, der beim STEVENS Racing Team des Berliner TSC e.V. unter Vertrag steht, bildete im Ausdauerprogramm ein Duo mit Paul-Jonas Adamczak. Dass beide sich auch abseits des Sports gut verstehen, und sehr motiviert in das Wochenende gingen, half: „Unsere Wechsel im Madison haben von vornherein gut funktioniert.“ Gleichzeitig sei das schnelle Feld eine echte Lernkurve gewesen – vor allem beim Timing und dem „Auge fürs Fahren“, um den Partner kurz vor dem Wechsel nicht zu verpassen. Auch die Belastungssteuerung über die beiden Abende ordnet Tom klar ein: vor den Rennen ausreichend zu essen und zu trinken und zwischen den Rennen konsequent auf die Kohlenhydratzufuhr zu achten – der Fokus sei durch die Stimmung im Velodrom „so gut wie jedes Mal von allein da“ gewesen.
Sportlich setzte das Duo an beiden Tagen Akzente: Platz 5 im CineMotion 500 m Madison Time Trial am Samstag sowie am Sonntag Platz 3 im Points Race und Platz 5 in der Team Elimination als Top-Platzierungen. Für Tom bleibt als wichtigste Erkenntnis, wie entscheidend die Positionierung in einem so schnellen Feld ist: „Man kommt nicht so einfach von ganz hinten nach vorne.“ Und auch vor den Sprints gelte es, die Kräfte so einzuteilen, dass am Ende noch die maximale Endgeschwindigkeit verfügbar bleibt. „Mein erstes Profi-SIXDAYS-Weekend war einfach nur atemberaubend und eine riesige Erfahrung!“, lautete Toms Fazit direkt nach dem letzten Madison des Wochenendes.

Tom Luis Lehmeier fährt seit 2024 beim Berliner TSC
Die Basis stimmt
Dieter Stein, sportlicher Leiter des SIXDAYS Weekend Berlin 2026, ordnet das Debüt wie folgt ein: „Das Six Days Weekend in Berlin ist ein besonderer Mix aus Tempo, Taktik und Atmosphäre – für Fahrer ist das ein echter Prüfstein. Tom Luis Lehmeier hat sein Debüt sehr konzentriert und mutig angegangen, sich schnell angepasst und sportlich mit starken Einzelergebnissen überzeugt. Die Basis stimmt – jetzt geht es darum, über mehr Renntage hinweg noch konstanter in den vorderen Rennphasen präsent zu sein.“
Im Fokus stand am Ende die Gesamtwertung – und dort setzte sich das niederländische Duo Vincent Hoppezak und Yoeri Havik durch. Die Siegerpaarung brachte dabei viel internationale Routine ins Velodrom: Havik ist unter anderem Weltmeister im Madison (2023) und holte zudem WM-Gold im Punktefahren (2022). Hoppezak steht ebenfalls für internationale Klasse – unter anderem mit Medaillen bei EM und WM sowie einem starken Profil als moderner Ausdauerfahrer auf Bahn und Straße. Auf Rang zwei folgte Anders Fynbo und Oskar Winkler (–2 Runden), Rang drei ging an den Berliner Moritz Malcharek mit seinem Partner Nikolas Zippan (–4 Runden). Tom Luis Lehmeier und Paul-Jonas Adamczak belegten Platz 12 in der Gesamtwertung (–12 Runden / 26 Punkte). Im Klassement wurden 13 Teams geführt (ursprünglich waren 14 Teams gemeldet); Roger Kluge und Moritz Augenstein konnten krankheitsbedingt nicht starten.
Nick Kracik