Mit dem Fahrer des Marzahner RSC Berlin 94 e.V. absolvierte ein echtes Eigengewächs des Berliner Radsports bei der tschechischen Rundfahrt seinen zweiten Einsatz für die deutsche U23-Nationalmannschaft.
Auch an der sportlichen Leitung der deutschen Auswahl war Berlin vertreten: OSP-Trainer Nick Kracik betreute die Mannschaft bei der Rundfahrt als Sportlicher Leiter und war damit ein weiterer Vertreter des Berliner Radsport Verbandes im deutschen Team.

Die deutsche U23-Auswahl bei der Teamvorstellung
Für Felix war die international stark besetzte Rundfahrt zwischen Plzeň und dem Böhmerwald bereits wie erwähnt der zweite Einsatz im Nationaltrikot nach seiner Premiere bei Rund um Köln. Dass nur wenige Monate später die nächste Nominierung folgte, unterstreicht seine sportliche Entwicklung in seinem vierten und damit letzten Jahr in der U23-Kategorie. Die West Bohemia Tour führte über einen kurzen Prolog in Starý Plzenec in drei anspruchsvolle Straßenetappen durch die Region über Rokycany und Klatovy nach Plzeň. Für Fleischmann bot sich damit erneut die Gelegenheit, sich mit einem international stark besetzten U23-Feld zu messen und weitere wertvolle Erfahrungen auf diesem Niveau zu sammeln.
Dabei zeigte der Berliner, dass er sich auch in internationalem Umfeld behaupten kann. Auf den Straßenetappen bewegte er sich mit Übersicht im Hauptfeld und blieb auch in anspruchsvollen Rennsituationen konkurrenzfähig. Besonders auf der Schlussetappe bestätigte er diesen Eindruck, als er bis ins Finale bei der entscheidenden Gruppe blieb. „Kurzfristig hat sich für mich die Chance ergeben, die West Bohemia Tour mit der Nationalmannschaft zu fahren. Die Stimmung im Team und auch an der Strecke war richtig gut. Sportlich ist das Niveau noch einmal deutlich höher als bei vielen meiner üblichen Rennen. Umso schöner war es zu sehen, dass ich auch dort mitmischen konnte und nicht einfach nur mitgefahren bin“, blickt Felix Fleischmann auf die Rundfahrt zurück.

Felix Fleischmann beim Prolog der Tour
In Erinnerung bleiben wird ihm allerdings nicht nur das sportliche Geschehen. Auf der zweiten Etappe musste das Rennen aufgrund von Starkregen und schwierigen Bedingungen zwischenzeitlich unterbrochen werden. „Ein ungeplantes Highlight gab es während der Rennunterbrechung auf der zweiten Etappe. Wegen des Starkregens standen wir plötzlich mit ungefähr zehn Fahrern bei einer Anwohnerin im Flur, die uns sogar Tee angeboten hat. Auf das Unwetter hätte ich gerne verzichtet, aber im Nachhinein war das schon eine ziemlich coole Aktion.“

Starkregen statt Hitze war die Herausforderung diesmal
Für den Berliner Radsport ist Fleischmanns Weg zugleich ein Beispiel dafür, wohin kontinuierliche Nachwuchsarbeit führen kann. Er hat seine radsportliche Entwicklung über viele Jahre innerhalb der Berliner Strukturen durchlaufen und ist seinem Heimatverein, dem Marzahner RSC Berlin 94 e.V., bis heute verbunden geblieben. „Felix hat sich diese Einsätze über Jahre erarbeitet. Er kommt aus dem Berliner Nachwuchs, ist seinem Verein treu geblieben und hat sich Schritt für Schritt an dieses Niveau herangefahren. Dass er in dieser Saison bereits zum zweiten Mal für die deutsche U23-Nationalmannschaft starten konnte, ist für ihn persönlich eine schöne Bestätigung und zugleich ein starkes Signal für die Berliner Nachwuchsarbeit“, sagt Nick Kracik, der die deutsche Auswahl bei der West Bohemia Tour als Sportlicher Leiter betreute.
Mit der Saison 2026 endet für Fleischmann nun die Zeit in der U23-Kategorie. Damit schließt sich jedoch kein Kapitel, sondern es beginnt der nächste Abschnitt seiner sportlichen Entwicklung: der Übergang in die Elite. Seine beiden Einsätze im U23-Nationaltrikot haben gezeigt, dass er sich auch auf internationalem Niveau behaupten und für weitere Aufgaben empfehlen kann. Der Berliner Radsport wird seinen weiteren Weg mit Interesse verfolgen und drückt Felix die Daumen, dass sich ihm künftig auch im Trikot der deutschen Elite-Nationalmannschaft neue Einsatzmöglichkeiten eröffnen.

Teambesprechung

Felix im Angriffsmodus
https://www.westbohemiatour.com/
Fotos: Jan Brychta / West-Bohemia-Tour; Nick Kracik